Freitag, 1. August 2008

und monatlich grüßt das Murmeltier

Wir haben Monatsanfang. Wie jeden Monatsanfang werden heute Leute aufschlagen, die kein Geld erhalten haben.
Da gibt es zum einem die Leute, die vorher nur radebrechend Deutsch sprechen konnten, aber wenn es um das Geld geht, sind sie auf einmal in der Lage sich klar zu artikulieren.
Lustig sind die Leute, die das Geld, was der Staat für sie bezahlt als "Gehalt" benennen. Das trägt immer zu meiner inneren Belustigung bei.
Nicht ganz so lustig und immer mit Konfrontationen behaftet sind aber die Leute, die ihren Antrag abgeben und dann verlangen, dass man das Geld Ihnen sofort gibt.
Lasst mich mal rekapitulieren:
Es gibt da einen Brief (auch Bescheid genannt), aus dem genau hervorgeht, von wann bis wann es Geld gibt.
Ich gehöre zu den Leuten, die jeden Brief, den sie erhalten, sich genau durchlesen, da a.) lesen ja bekanntlich bildet und b.) da Informationen drin stehen, die ich bei oberflächigem Lesen sicher überlesen würde.
So ganz verstehe ich es da meistens nicht, wenn meine Mitmenschen, die einen Brief erhalten haben, wo das genaue Ablaufdatum drinsteht, sich dann nicht eine Woche vor Ablauf in Bewegung setzen um da Abhilfe zu schaffen.
Nein, da wird am ersten Tag des Monats panikhaft die Behörde betreten um Druck zu machen. Wahlweise natürlich um viertel vor zwölf, da man ja erstmal ausschlafen, dann in Ruhe einen Kaffee trinken musste um sich den nötigen Schwung für den Tag zu beschaffen.
Besonders aussagekräftig die Eltern, die ja kleine Kinder zu vorsorgen haben.
"Wie soll ich den jetzt meine Kinder ernähren"
So mal hart gesagt : In dem besagtem Brief stand genau drin, von wann bis wann. Wenn ich weiss, dass ich von der Unterstützung leben muss, setze ich meinen Allerwertesten einen Monat vorher in Bewegung, um die Unterstützung zu gewährleisten - und schlage nicht am ersten Tag auf um rumzujammern, dasss wir ja so böse sind und das Geld nicht auszahlen.
Wenn ich noch dazu kleine Kinder zu vorsorgen hätte, würde ich mich allein wegen der Kinder schon rechtzeitig darum kümmern, denn Kindern zu erklären, warum es nix zu futtern gibt dürfte sich als überaus anstrengend erweisen.
Es ist mir unverständlich. Ich meine : in einem Brief steht drin : Ende Kohle Datum X. Datum X = in 2 Wochen. Das niemand was zu verschenken hat sagt einem schon der gesunde Menschenverstand, die Zeitungen sind (fast) täglich voll von bösen Bemerkungen über Hartz IV. Wenn ich dann keine Arbeit habe, und der Staat mich unterstützen muss, dann sorge ich dafür,dass er das weiterhin macht.
Ganz besonders wenn ich kleine Kinder habe.
Eigenverantwortung tragen ist ja nicht leicht, gebe ich gerne zu, aber gerade bei so einem Thema sollte man mal befähigt sein, sich darum zu kümmern.

Samstag, 14. Juni 2008

Arbeitsmittel, um den Tag zu einem Erlebnis werden zu lassen.

Nachdem ich nun über die Kunden gelästert habe, will ich auch mal über unser sogenanntes Arbeitsmaterial lästern.

Wir haben da zuerst ein Computerprogramm, womit man deutschlandweit Einsicht über verschiedene Dinge hat.
Von der Idee an sich her sehr gut, wenn das Programm den auch mal fehlerfrei funktionieren würde.
Das man alle 15 Min vom System getrennt wird, wenn man nicht in dem besagtem Programm gearbeitet hat, kann ich noch mit einem Schulterzucken akzeptieren.
Das man aber bei der Verwendung dieses Programmes von demselbigen bei dem Knopfdruck eines Menüs rausgeworfen werde und sich das ganze dann mehrfach wiederholt eher weniger.
Besonders die Frechheit einem als Verwender (neudeutsch : User) dann anzudichten, man hätte ja was gemacht was so nicht gedacht war.
Alles klar, ich will ja nur den Bedarf eines Kunden errechnen, natürlich habe ich da was gemacht, was so nicht gewollt ist.

Das man dann noch mit verschiedenen Programmen arbeiten muss, die ähnliche Probleme haben...

Termine vergeben muss ich über einProgramm was seine 10 Minuten braucht bis ich es verwenden kann. Nicht, dass ich in diesen 10 Minuten gross in einem andere Programm was machen kann, denn mit jedem Schritt, den dieses Terminvergabeprogramm voranschreitet poppt das entsprechende Fenster immer wieder auf.
Dabei festzustellen, dass ein Brief, den ich gerade mühsam aufgesetzt habe, zu 50 % im Datennirwama verschwunden ist, macht mich nicht wirklich glücklich.
Richte ich dagegen das System so ein, dass ich das Fenster nicht neu erscheint, sondern nur wenn ich als Anwender das möchte, wird das konsequent bei einem Neustart bzw. am nächsten Tag von seitens der Benutzeroberfläche ignoriert.
Selbstverständlich ist man als Normaldoof natürlich auch nicht berechtigt sich das System entsprechend einzurichten, dass es so bleibt.
Desktop-Symbole , deren Verwendung für mich als Mitarbeiter der ARGe alles andere als nutzvoll erscheint, und von mir daher aus dem Desktop entfernt werden, erscheinen am nächsten Tag wieder. Wahrscheinlich macht sich da ein Programmierer über mich lustig, weil mein System sowieso schon schweinelangsam ist und die Massen der Symbole das System sicher nicht schneller machen.

Mein Arbeitstag beginnt wie folgt:
Ich begrüsse meinen Computer mit (mehr oder weniger) freundlichen Worten, gebe meinem Zugangsdaten ein, bewundere wie jeden Morgen die immense Geschwindigkeit des Ladens der Batchdatei und gehe erstmal eine rauchen.
Nach dem Erfolgerlebnis einer Zigarette begebe ich mich zurück an meinen Arbeitsplatz um der Patchdatei dabei zuzusehen, wie sie mich mit den Worten "bitte warten" auf den digitalen Arm nimmt.
Ist dann die Patchdatei endlich durch, starte ich die Programme (nach und nach, sonst säuft der Rechner ab und darf die Patchdatei erneut freundlich zunicken).
Habe ich neben dem E-Mail Programm, dem Kundenportal-Programm, dem Verwaltsprogramm der Kunden, dem Vermittlungsprogramm der Kunden, dem Terminvergabeprogramm endlich meine Arbeitsmittel auf dem neuesten Stand gebracht, darf ich bei dem Verwaltungsprogramm mich erstmal neu anmelden, da dies ja länger als die besagten 15 Minuten gedauert hat.
Nutze ich nun das Verwaltungsprogramm, ist dies ein Erlebnis .... wann und wo wirft mich das Programm raus, weil ich mal wieder einen Knopf gedrückt habe, den ich besser nicht gedrückt hätte (aber drücken musste, weil ich das was einzutragen habe).
Das zieht sich dann seine 9 Stunden, wobei es eine besondere Freude ist, wenn ein Kunde eine Frage hat und man sich 3-10 Mal in dieses Programm einloggen musste um die Frage beantworten zu können.

Nach einem Tag im Kampf mit den Tücken einer (mehr oder weniger) moderne Technik verlasse ich das Haus, um mich am nächste Tag erneut (hoffentlich siegreich) damit auseinanderzusetzen.

Freitag, 13. Juni 2008

SchLaDo ....

Nun habe ich den Sch**** Langen Donnerstag (auch kurz SchLaDo) hinter mir und bin auch (mehr oder weniger) geistig wieder in der Lage mal ein paar Zeilen zu tippen.

Immer wieder merkwürdig : jeden Morgen zwischen 8 und 12 Uhr wächst die Anzahl der vorsprechende Kunden proportionol zum Ende der Schicht.
Besonderer Anwuchs der Kunden ist ab 10 Uhr zu vermerken.
Klar, ich kenne das ja auch von mir, so Urlaub und so.
Aber wenn ich ein wie auch immer geartestes Problem habe, trete ich damit nicht um viertel vor 12 auf, jammer rum,wie schlimm die Welt doch ist und das es unser Problem sei, dass das Kind nix mehr zu futtern hat - da würde ich um 8 Uhr morgends auf der Matte stehen.

Ihr lieben Leute: der Wille zur Mithilfe eines Mitarbeiters sinkt proportionol zum Ende seiner Arbeit - und das gilt für ALLES.
Oder anders gesagt : wenn man erst um 10 vor zwölf bei einem Betrieb steht und man wünscht da geholfen zu bekommen, sollte man sich nicht wundern, wenn da auch mal ein nein kommt.
Denn die meisten unserer Kunden haben nun mal Unmengen an Zeit - man sollte sie zu nutzen wissen.

Gruss
Giftzwerg

Mittwoch, 11. Juni 2008

und es geht gleich mal los

Ich sitze jeden Tag (derzeitig) meine 2 Stunden vorne an der Eingangszone und empfange die Kunden.
Erstmal zur Klarstellung : es sind Menschen und für mich als überzeugter Kosmopolit ist jeder Mensch gleich wert.
Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass ich die meisten Probleme in meiner Dienststelle nicht immer so wirklich verstehe.
Ein Problem ist immer wieder:
Die Leute gehen "ihre" Probleme nicht an.
Ich meine, wenn ich ein Problem habe, dann versuche ich entweder das ganze mehr oder weniger zu umgehen oder eben es anzugehen.
Aber wenn jemand einen Brief einen von einem Energieanbieter (Strom Gas, etc) bekommt, wo drinsteht, das man das denen zustehende Geld noch nicht überwiesen hat, gehe ich als Feld-Wald-Wiesen-Mensch am nächsten Tag auf die Bank um das Geld zu überweisen.
Habe ich in einem Monat das Geld nicht, dann mag ich das, wie so mancher auch, bis zum nächsten Monat vor mich herschieben um dann das Doppelte zu überweisen.
Aber damit rechne ich, bzw. habe ich damit zu rechnen.
Dann kann ich aber nicht, nachdem der Konzern mich dreimal angeschrieben hat, das ganze über 3 Monate und dann auf der Behörde einschlägt und rumwinselt, weil einem das morgen abgestellt wird.

Oder dieses "ich habe da was zu kopieren" und dann wird einem nicht der Pack ausgehändigt,sondern nur Blatt für Blatt.

So manches Mal frage ich mich echt, ob bei denen das Gehirn aussetzt...

ein hallo an alle

ein herzliches hallo an alle.

Dies ist mein erster Beitrag - es seien alle gewarnt, ein kleiner giftiger Zwerg läßt hier seine sarkastischen, zynischen Kommentare fallen.
Ich arbeite in einer der vielen ARGEN in Deutschland - und, es mag ja vielen unglaublich sein- der Job ist oftmals sehr nervenaufreibend und anstrengend.
So von wegen nur 4 Stunden arbeiten und sich dann zurücklehnen ist da überhaupt nicht.
Jeden Tag so seine 10 Stunden arbeiten, jeden Tag irgendwelche Probleme von irgendwelchen Leuten anzuhören, jeden Tag sich das Gejammere anhören, wie schlecht doch alles sei... das geht einem irgendwann an die Nieren und nach fast 4 Jahren fängt es bei mir an.
Ich nutze also dieses Blog um meinem persönlichen "Burn-out" vorzubeugen.

Ich hoffe ja nur, dass es keiner persönlich nimmt...

Gruss
Giftzwerg
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